Landratsamt

Landratsamt Weilheim-Schongau

 

 

 

Verwaltungsgemeinschaft Habach

 

 

 

Tourismus

 

Tourismusverband Pfaffenwinkel

 

 

 

ASV Antdorf e.V.

ASV Antdorf e.V.

 

 

 

 

 

 
     +++  30.09.2017 Verlängerung: Ja zu weiteren Kiesabbau  +++     
     +++  30.08.2017 Zuwachs fürs Gewerbegebiet  +++     
     +++  26.08.2017 HAUSHALT ANTDORF 2016  +++     
     +++  24.08.2017 Polizei nimmt ein Mietbetrüger fest  +++     
     +++  14.08.2017 Grünes Licht für neuen Stall  +++     
     +++  09.08.2017 Maximalgröße für Wohnungen  +++     
     +++  07.08.2017 Startschuss für Radweg gefallen  +++     
     +++  04.08.2017 Statistiker und „Stücklschreiber“  +++     
     +++  20.07.2017 4. ANTDORFER SOMMERLAUF  +++     
     +++  14.07.2017 Antdorf wird größer  +++     
     +++  11.07.2017 Das Ferienprogramm 2017 ist da  +++     
     +++  10.07.2017 Dorferneuerung in Antdorf  +++     
     +++  04.07.2017 Dorflauf beim ASV Antdorf  +++     
     +++  21.06.2017 Der „Bulle von Tölz“  +++     
     +++  16.06.2017 Startschuss für Großprojekt  +++     
     +++  30.03.2017 Ja zu neuem Milchviehstall  +++     
Link verschicken   Drucken
 

Statistiker und „Stücklschreiber“

Antdorf, den 04.08.2017

Thomas Greiner (50) aus Rieden bei Antdorf komponiert

Blasmusik für renommierte Ensembles

 

 

 

 

 

 

 

Es sind große Namen in der Blasmusikszene, die die Märsche und Polkas von

Thomas Greiner spielen und lieben. Zum Beispiel Guido Henn und seine „Goldene

Blasmusik“, eines der deutschen Spitzen-Orchester für böhmisch-mährische Klänge.

Vor 14 Jahren hatte Greiner einfach mal die Noten seiner Polka „Ferienzeit“ an Dirigent

Henn geschickt. Der spielte sie mit seiner Kapelle sogleich auf CD ein und arbeitet

seither eng mit dem Komponisten aus Rieden bei Antdorf zusammen: Auf jeder neuen

CD sind meist ein paar Titel für Greiner reserviert. Aber halt: Fiel da gerade das Wort

„Komponist“? Das nimmt der Autor dieses Porträts auf seine Kappe und hält es durchaus

für angebracht bei einem Musiker, dessen Stücke heute viele weitere bekannte Gruppen

im Repertoire haben: etwa Ernst Hutter und die „Egerländer Musikanten“, die „Scherzachtaler“,

die „Schwindligen 15“, die „Bauernkapelle Mindersdorf“ und auch einige Schweizer Formationen

wie „Lublaska“ oder die „Rigispatzen“. Doch Greiner selbst mag sich trotz solcher Referenzen

nicht „Komponist“ nennen. Als „Stücklschreiber“ sieht er sich – und erklärt das mit einem Vergleich:

„Ich bin wie ein Architekt, der einen Plan für ein Einfamilienhaus macht. Ein Komponist ist für mich

einer, der die Elbphilharmonie plant.“ „Klassiker“ wie Bach, Mozart oder Schubert, aber auch die

„Beatles“ sind für Thomas Greiner Beispiele großer Kompositionskunst. Und sie sind seine

Inspirationsquelle. Leidenschaftlich studiert er Partituren, hört sich Werke ganz genau an

nach dem Motto: „Das klingt ja interessant, wie ist denn das harmonisiert und instrumentiert?“

Interesse und Talent legte Greiner diesbezüglich schon als 13-Jähriger an den Tag: Der junge

Musikant hatte – weil die Blaskapelle im Heimatdorf Huglfing Bläsernachwuchs brauchte noch

nicht lange von Gitarre auf Trompete gewechselt, da hörte er sich schon die 1. Flügelhorn-Stimme

zahlreicher Ernst-Mosch-Stücke von Langspielplatten und Cassetten an und schrieb die Noten auf.

Für die „Reintaler Buam“, ein Ensemble, das er als 16-Jähriger mit elf gleichaltrigen Musikerspezln

in Huglfing gründete, schrieb er dann schon eigene, teils auch moderne Arrangements. 1995

erschien erstmals ein Werk Greiners bei einem Musikverlag (in Kaufbeuren): „Italia tiamo“,

ein Medley aus ItaloPop-Hits. Sein Schwerpunkt aber liegt bei der böhmischen und Egerländer

Blasmusik – wobei Greiner eher Anspruchsvolles komponiert, sich in puncto Harmonisierung

und Phrasierung gern „ein bisschen jenseits des Mainstreams“ bewegt. Dafür lässt er sich Zeit,

schreibt „höchstens drei bis vier Stücke im Jahr“. Über das Arrangieren hinaus seien bisher 30

bis 40 Eigenkompositionen zusammengekommen, „die ich guten Gewissens weitergeben kann“.

Seit 2011 erscheinen sie in seinem eigenen „Panorama-Musikverlag“. Bei aller Professionalität:

Die Musik zum Beruf zu machen, das stand für Thomas Greiner, dessen Vater gelernter Zimmerermeister

ist und bis 2002 Bürgermeister von Huglfing war, nie zur Debatte. „Ich kann kein Klavier“, so seine

Begründung, außerdem habe er „Musik immer als Hobby verstanden“. Also studierte er nach dem

Abitur Statistik an der LMU München, arbeitete lange im statistischen Landesamt und wechselte dann,

als dieses nach Fürth zog, als Beamter im höheren Dienst ins Wirtschaftsministerium, wo er in der

Landesplanung tätig ist (ein Bereich, der inzwischen Söders Finanzministerium zugeschlagen wurde).

Seit ein paar Jahren arbeitet Greiner dort in Teilzeit, denn er ist auch auf dem heimischen

Biobauernhof gefordert, den seine Frau Irmgard Wolf 2007 von ihren Eltern übernommen hat.

Nachdem sie ein paar Jahre in Habach wohnten, ist die Familie damit in Rieden auf der Anhöhe
zwischen Antdorf und Habach angekommen. Der Familienvater, 50, kümmert sich im Haus

beispielsweise ums Wäschewaschen – und viel um die Kinder Raphael (13), Antonia (11)

und Franziska (8). Miteinander zu singen, das ist in der Familie selbstverständlich. Und natürlich

lernen die drei Kinder auch Instrumente, von Harfe über Klarinette bis Schlagzeug. Thomas Greiner

selbst, der einst zehn Jahre lang die Musikkapelle Huglfing dirigierte, sich aber einen „mittelmäßigen

Instrumentalisten“ nennt, spielt heute Waldhorn in der der Blaskapelle Habach und bei „Hubavenka“.

„Aber am liebsten schreibe ich immer noch kleine schwarze Punkte mit Stricherl dran“, sagt der

50-Jährige. Eine bayerische Suite für Sinfonieorchester zu komponieren, „im Stile der russischen

Minimalisten wie Prokofjew“, das wäre sein Traum. Und dann ginge sicher auch die Bezeichnung

„Komponist“ in Ordnung.

 

Quelle: Penzberger Merkur (MAGNUS REITINGER)