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     +++  07.08.2017 Startschuss für Radweg gefallen  +++     
     +++  04.08.2017 Statistiker und „Stücklschreiber“  +++     
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     +++  11.07.2017 Das Ferienprogramm 2017 ist da  +++     
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     +++  04.07.2017 Dorflauf beim ASV Antdorf  +++     
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Starke Männer mit dicker Hornhaut

Antdorf, den 08.03.2017

Die Fingerhakler des Ammergaus ermittelt en ihre Meister – 62 Teilnehmer gingen an den Start

 

 

 

 

 

Ein Fingerhakler braucht eine dicke Hornhaut. Wer keine Schwielen am Mittelfinger hatte, brauchte im Antdorfer

Schützenheim gar nicht erst aufs Podest steigen, um den Konkurrenten über den Tisch zu ziehen. Ihre jährliche

Gaumeisterschaft trugen die Fingerhakler aus dem Ammergau am Sonntag aus. Auch so manch renommierter

Titelträger stellte sich dem Kräftemessen. Der Titel im Schwergewicht ging an Florian Ruhdorfer, im

Halbschwergewicht an Hansjörg Reßler und im Mittelgewicht an Stephan Harrer. Der Finger eines Fingerhakler

– Athlet en will vor dem Kampf vorbereitet sein. Martin Huber und Paul Spies von der Ortsgruppe Antdorf/Eberfing

taten das, indem sie ihre Finger in eine selbst gefertigte Zugfeder einhakten und diese auf und nieder zogen.

„Bis zu 100 Kilogramm Zugkraft haben unsere Finger“, schätzten sie. Warum sie Fingerhakeln? „Weil es so eine

tolle Kameradschaft ist.“ Das bestätigte Benedikt Höck aus Antdorf. „Wenn du hier Letzter bist, dann lacht dich

keiner aus.“ Das sei in anderen Sportverein en anders. Aber Höck ist selten Letzter beim Fingerhakeln.

Dafür trainiert er viel zu oft. „Sechsmal die Woche für etwa eine halbe Stunde“ spannt er seinen Mittelfinger in seine

selbst gezimmerte Trainingsmaschine, die auf dem Foto, das er stolz zeigte, ein bisschen wie ein mittelalt ehrliches

Folterinstrument aussieht. Wer es im Fingerhakeln zu was bringen will, der muss laut Florian Böhm aus Antdorf aber

auch über Muskeln nn den Beinen und im Rücken verfügen. Gelenkigkeit schadet auch nicht, wie die vielen Zuschauer

im Saal gezeigt bekamen, wenn die Kontrahenten sich mit den Knien am Tischabstützten, den Zug arm lang und

länger zogen, langsam in bedenkliche Schieflage gerieten, bis einer von beiden hochgelupft wurde. „Es kommt schon vor,

dass ein Hautfetzen fliegt“, räumte Franz Freisl, Vorsitzender der Ortsgruppe Antdorf/Eberfing ein.Klar, dass der Nachwuchs

bei so einem Spektakel ganz vorn saß und die Großen beobachtete. So auch Franz aus Peißenberg. Für den Sechs-

jährigen war es sein erster Wettkampf im Fingerhakeln. Warum er‘s macht? „Weil ich davon stärker werde.“ Über

seinen ersten Platz samt Pokal freute sich der siebenjährige Jakob Sturm. Schon sein Papa war früher Fingerhakler und

viele seiner eigenen Freunde sind auch dabei. In Pflugdorf ist dieser urbayerische Sport noch Teil des Dorfes, erzählte

sein Vater Manfred Sturm. Leider ist das nicht mehr überall so, beklagte der Antdorfer Böhm. „Aber dieses Brauchtum darf

nicht aussterben. Man muss es erhalten.“

 

Quelle: Penzberger Merkur (Franziska Seliger)

 

 

 

Fotoserien zu der Meldung


GAUMEISTER SCHAFT IN ANTDORF (08.03.2017)